Studien

Wissenschaftliche Studien belegen die Wirksamkeit

Dr. Heidemarie Haller

Dr. Heidemarie Haller

Die Craniosacral Therapie hilft bei chronischen Nackenschmerzen. Dies bestätigt eine wissenschaftliche Studie, die 2016 mit dem Holzschuh-Preis ausgezeichnet wurde. Die Studie zeigt zudem, dass durch die sanfte Therapie auch die Ängstlichkeit der Patienten abgenommen hat.

Nackenschmerzen können quälend sein. Jeder Zweite ist davon im Laufe seines Lebens mindestens einmal betroffen, jeder Zehnte leidet unter chronischen Beschwerden. Die Folgen sind oft weitreichend, vom Arbeitsausfall bis zum gesellschaftlichen Rückzug. Hier kann die Craniosacral Therapie, bei der mit feinen manuellen Impulsen in achtsamer Begleitung die Eigenregulierung des Körpers angeregt wird, die Schmerzen signifikant lindern. Diese Wirkung wurde nun in einer Studie wissenschaftlich belegt.

Craniosacral Therapie zur Behandlung chronischer Nackenschmerzen: eine randomisierte placebokontrollierte Studie (2016)

Haller-Studie erfüllt höchste wissenschaftliche Anforderungen

Heidemarie Haller und ein Forscherteam der Universität Duisburg-Essen haben 2016 mit einer Studie nachgewiesen, dass Craniosacral Therapie die Intensität von chronisch unspezifischen Nackenschmerzen signifikant senken kann. Ebenfalls konnten sie eine deutliche Verringerung von funktionellen Einschränkungen belegen. Längere schmerzfreie Intervalle, weniger Kopfschmerzen, weniger Schwindel, verbesserter Schlaf – so die Ergebnisse. Die Studie, die den höchsten wissenschaftlichen Anforderungen genügt, überrascht zudem mit dem Nachweis, dass auch die Ängstlichkeit der Klienten erheblich reduziert werden konnte.

Ebenfalls konnten eine klinisch relevante Verbesserung der körperlichen Lebensqualität und des globalen Zustandes festgestellt werden. Eine aufrechtere Körperhaltung und gesteigerte Körperachtsamkeit, emotionale Lösungsprozesse, Gefühle wie Glück, Frieden und Zuversicht, Einsicht in Krankheitszusammenhänge und ein gesteigertes Selbstwirksamkeitsgefühl waren das Resultat. Infolge vegetativer Regulations- und Lernprozesse zeigten sich darüber hinaus positive Veränderungen auf perzeptiver, emotionaler, kognitiver und behavioraler Ebene, die sich bis in sozio-ökonomische Dimensionen auswirkten. Die mit dem Forschungspreis der Holzschuh-Stiftung ausgezeichnete Studie wurde mit 54 Klienten durchgeführt, die im Durchschnitt mehr als neun Jahre an Nackenschmerzen litten. Die Hälfte der Klienten erhielten im wöchentlichen Rhythmus acht 45-minütige Craniosacral Behandlungen, die andere Hälfte Placebo.

The Clinical Journal of Pain, 2016 May 32(5):441-9. doi: 10.1097/AJP.0000000000000290.

Craniosacral Therapie zur Behandlung chronischer Nackenschmerzen: eine randomisierte placebokontrollierte Studie (2016)

Haller H

1,

Lauche R, Cramer H, Rampp T, Saha FJ, Ostermann T, Dobos G

1

*Abteilung Naturheilkunde und Integrative Medizin, Kliniken Essen-Mitte, Mediz. Fakultät, Universität

Duisburg-Essen, Essen ‡ Abteilung Psychologie, Vorsitzende Forschungsmethodik und Statistik in

Psychologie, Universität Witten/Herdecke, Deutschland †Australian Research Centre in Complementary and

Integrative Medicine (ARCCIM), Faculty of Health, University of Technology Sydney (UTS), Sydney,

Australia.

Ziele:

Trotz wachsender Evidenz für die Wirksamkeit von Craniosacral Therapie (CST) zur Schmerzbehandlung bleibt die spezifische Wirksamkeit (efficacy) von CST unklar. Diese Studie hatte deshalb zum Ziel, bei chronischen unspezifischen Nackenschmerzpatienten CST zu vergleichen mit einer aktiven Aufmerksamkeits- und Zuwendungskontrolle (Placebo-Behandlung).

Material und Methode:

54 Patienten wurden verblindet entweder zu 8 CST-Sitzungen oder zu Scheinbehandlungen mit leichter Berührung zugeteilt. Die Sitzungen wurden im wöchentlichen Rhythmus durchgeführt. Resultate wurden beurteilt vor und nach der achtwöchigen Behandlung (T1) sowie drei Monate nach Ende der Intervention (Woche 20) (T2). Untersucht wurden die Schmerzintensität auf einer visuellen Analogskala in Woche 8, Bewegungsschmerz, Schmerzempfinden bei Druck, funktionelle Einschränkungen, körperliche und psychische Lebensqualität, Wohlbefinden, Ängstlichkeit, Depressivität, Stressempfinden, Schmerzakzeptanz, Körperachtsamkeit und allgemeiner Eindruck des Patienten in Bezug auf Verbesserung und Sicherheit.

Resultate:

Im Vergleich mit der Scheinbehandlung berichteten CST-Patienten statistisch signifikant und klinisch relevant weniger Schmerzintensität in Woche 8 (Gruppenunterschied -21 mm; 95% Konfidenzintervall: -32.6 zu -9.4; p=0.001; d=1.02) und in Woche 20 (Gruppenunterschied -16.8 mm; 95% Konfidenzintervall : -27.5 zu -6.1; p=0.003; d=0.88).

Nach Ende der Intervention (Woche 20) berichteten knapp 78% der Patienten minimale klinisch wichtige Unterschiede in Bezug auf Schmerzintensität, 48% hatten sogar substantiellen klinischen Nutzen. Signifikante Unterschiede zwischen den beiden Gruppen wurden in Woche 20 auch gefunden in Bezug auf Schmerz bei Bewegung, funktionelle Einschränkungen, körperliche Lebensqualität, Ängstlichkeit und globale Verbesserung. Beim Wohlbefinden, psychischer Lebensqualität, Stress und Schmerzakzeptanz zeigten sich zwischen den beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede. Drucksensibilität und Körperachtsamkeit waren nur in Woche 8 signifikant besser. Es wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse berichtet.

Diskussion:

CST zeigte sich als sehr effektiv und sicher für die Reduktion von chronischen Nackenschmerzen. Bis zu drei Monaten nach Interventionsende waren eine Verbesserung der funktionalen Einschränkungen und der Lebensqualität nachweisbar.

Weitere Studien zur Wirksamkeit bei ADHS, Migräne, Schlafstörungen

Nebst der Studie Haller wurden in den letzten Jahren vermehrt Studien zur Wirksamkeit von Craniosacral Therapie veröffentlich. Zu nennen sind beispielsweise eine Studie aus dem Jahr 2013, die belegen konnte, dass Craniosacral Therapie ergänzend zu herkömmlicher Behandlung bei Frauen mit schwangerschaftsbedingten Schmerzen im Beckengürtel signifikant die Beeinträchtigung im Alltag reduzieren und die morgendliche Schmerzintensität senken konnte. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2013 liefert erste Hinweise auf die Wirksamkeit von Craniosacral Therapie bei Kindern mit ADHS. Ähnliche Resultate liegen vor bei der Behandlung von Migräne, Fibromyalgie, Demenz, Autismus-Spektrum-Störungen, Multiple Sklerose und anderen neurologische Erkrankungen, Schlafstörungen, Tennisellenbogen (laterale Epicondylitits). Sie finden Zusammenfassungen einiger Studien auf unserer Webseite oder auf der Seite von The International Alliance of Healthcare Educators.

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